Kakenstorf: Wir wollen öffentlichen Nahverkehr, der wirklich funktioniert

Bist Du schon mal mit dem Anruf-Sammeltaxi gefahren? Wir auch nicht. Auf www.kakenstorf.de steht seit Jahren unverändert, dass Kakenstorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln “seht gut zu erreichen” sei. Das ist natürlich Quatsch, denn bis auf den Schulbus gibt es keine sinnvolle Option für den ÖPNV in Kakenstorf, denn den Fahrplan des AST muss man auch erstmal verstehen wollen.

Es ist klar, dass Mobilitätskonzepte für Stadt und Land nicht die gleichen sein können. Während man in der Stadt leicht auf ein eigenes Auto verzichten kann, weil es genügend ÖPNV, Car-Sharing, Radwege oder sonstiges gibt, ist das auf dem Land nicht so einfach umzusetzen und es ist klar, dass im dünner besiedelten ländlichen Raum der Individualverkehr mit dem eigenen Auto schwer zu ersetzen ist. In Kakenstorf befinden wir uns aber nicht allein im ländlichen Raum, denn wir sind in der Metropolregion Hamburg und haben mehr Pendler als ein Dorf, das sich fernab jeglicher Großstadt befindet. Ein Bus im 10-Minuten-Takt nach Tostedt wäre sicherlich die meiste Zeit eher leer, und damit ist auch nichts gewonnen.

Eine tatsächlich sinnvolle Lösung zu finden ist nicht leicht, und wir denken, dass man nicht mit dem ersten Versuch gleich das Optimum findet. Vor allem gilt: wenn man einen Versuch startet, der ein minimales Angebot bietet, dann muss man sich nicht wundern, wenn es keinen Anklang findet. Vor allem dürfte man daraus nicht schließen, dass ein besseres Angebot auch nichts bringt. Stattdessen schlagen wir vor ein umfangreiches und kostengünstiges, durch die Kommunen finanziertes Angebot zu machen, damit der Anreiz vom eigenen Auto auf den ÖPNV umzusteigen möglichst groß ist.

Nimm mich mit

Eine weitere Komponente für die Mobilität neben dem ÖPNV und der Stärkung des Radverkehrs könnte ein Mitfahr-Angebot sein. Die allermeisten Autofahrten finden in nicht voll besetzten Autos statt. Anstatt wie früher mit dem Daumen raus an der Straße zu stehen und zu warten wollen wir eine modernere, sicherere und schnellere Lösung anpeilen. Mit einem app- und telefongestützten System könnten Fahrer ihre Fahrten angeben, und potentielle Mitfahrer könnten Mitfahrgesuche abgeben. Das Ride-Sharing System berechnet dann, wer wen mitnehmen sollte, um möglichst wenige Autos auf den Straßen zu haben, und die fahrenden Autos optimal auszunutzen. Das mag für eine kleine Gemeinde wie Kakenstorf sehr ambitioniert klingen, aber wenn wir dies mit der Metropolregion Hamburg koordinieren könnte es ein Erfolg werden!

Da dies aber ein größeres, längeres Projekt ist, wollen wir kurzfristig Mitfahrbänke an den Ortsausgängen aufstellen. Wer sich auf diese Bänke setzt, signalisiert damit, dass man mitgenommen werden möchte, so dass man wenigstens nicht mehr mit ausgestrecktem Daumen an der Straße stehen muss.

Ganz konkret heißt das:

  • Wir wollen einen Kleinbus mit sicherer Taktung zu den Bahnhöfen in Sprötze, Tostedt und Buchholz.
  • Wir wollen einen Shuttle-Bus zu den Markttagen in Tostedt.
  • Wir wollen in der Metropolregion Hamburg die Einrichtung und Unterstützung eines Ride-Sharing Angebots einfordern.
  • Wir wollen Mitfahrbänke an der Langen Straße Richtung Sprötze/Buchholz und Todtglüsingen/Tosted aufstellen – einfach, schnell und unkompliziert.

Toby Baier

“Es gibt viel zu viele kurze Strecken, die man mal eben mit dem Auto erledigt und allein drin sitzt. Beides ist ein Problem: gerade für Pendler sollte es ÖPNV geben, und allein im Auto zu fahren ist viel zu ressourcenintensiv.”

Tim Laarmann

“Mobilität bedeutet Lebensqualität und die fußt bekanntlich auf vielen Säulen. Sinnvollen ÖPNV mit Car-, Bike- und Ride-Sharing kombinieren, und für die restlichen Kurzstrecken das Radwegenetz optimieren. Das könnte funktionieren. Haben wir eigentlich schon einen Bürgerbus?”

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